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Du sprichst: Die Kinder sind
nicht zur Vernunft gekommen; darum können sie nicht glauben. Sage mir, ist das christlich geredet, also von Gottes
Werten urteilen nach unserm Dünken? Wie, wenn du durch solche Vernunft
wärest schon vom Glauben gekommen und die
Kinder ohne ihre Vernunft zum Glauben
gekommen? Lieber, was Gutes tut die Vernunft zum Glauben und Gottes
Wort? Ist sie es nicht, die dem Glauben und Worte Gottes aufs höchste widersteht, daß vor ihr niemand zum Glauben
kommen kann, noch Gottes Wort leiden will, sie werde denn geblendet und
geschändet, daß ihr der Mensch muß
absterben und ein Narr werden, ja so unvernünftig und unverständig als
ein junges Kind, soll er anders gläubig werden und Gottes Gnade empfangen, wie
Christus spricht Matthäus18, 3? Was hatten die Kinder für Vernunft, die
Christus herzte? Warum heißt er sie denn zu ihm kommen und segnet sie? Wo
haben sie denn solchen Glauben
her, der sie zu Kindern des Himmelreichs macht? Ja eben, weil sie ohne Vernunft und närrisch, sind sie besser zum Glauben geschickt als
die Alten und Vernünftigen, welchen die Vernunft immer im Wege liegt, die ihren großen Kopf nicht durch die
enge Tür stoßen will.

Das muß
eine andere Geburt sein als von Vater und Mutter. Wohl ist's auch Gottes Werk, daß der Mensch natürlich geboren wird;
doch tut Gott solches durch Vater und Mutter, und kommt solche Geburt
aus ihrem Fleisch und Blut. Aber zu der Christen Geburt kann kein Mensch nichts
geben und tun und muß heißen: Nicht vom
Geblüte (noch von dem Willen eines
Mannes), sondern aus Gott geboren,
aus Wasser und heiligem Geist. Da siehest du wohl das Wasser der Taufe als den Tau (Psalm 110) und hörst das
äußerliche, mündliche Wort als den Wind; den Geist aber und was da ausgerichtet wird, nämlich wie der Mensch aus der Taufe gereinigt
und dem Priester in der Hand zum Heiligen und
aus einem Kinde der Hölle ein Kind Gottes wird, das kannst du weder sehen, hören noch verstehen.
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